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Klang

Was ist eigentlich guter Klang?

Viele reden davon, haben allerdings noch nie einen guten Klang gehört bzw. wissen gar nicht, was guter Klang ist. Einleitend seien hier deshalb ein paar Bespiele genannt.

Bang & Olufsen Anlagen bei Audi
Bestmögliche Werkssanlagen in Premium-Autos.
Bestmögliche werksseitig montierte Anlagen bei Golf und Co.
Im Kofferraum arbeitet ein leistungsstarker Subwoofer, der an einem Verstärker angeklemmt ist. Die verhältnismäßig schwachen Originallautsprecher bleiben weiterhin am Autoradio angeschlossen und können dadurch nicht mit dem Subwoofer mithalten.
Hinten (z.B. auf der Heckablage) arbeiten größere Lautsprecher als vorn.
MP3 Audiomaterial von bekannten Videoportalen im Internet.

Jetzt erfährst Du, was einen guten Klang ausmacht.

Frequenzbereiche

Frequenzbereiche: ausgewählte Instrumente, Stimmen und Lautsprecher

Bassdrums enthalten oft auch hohe Frequenzanteile, die ein Subwoofer nicht wiedergeben kann.
Deshalb braucht man allein für die unverfälschte Wiedergabe einer Bassdrum einen Subwoofer, einen Tief-/Mitteltöner und auch einen Hochtöner. Dabei müssen alle samt gleich laut spielen!


Stellen wir uns vor, wir besuchen ein Unplugged Konzert und nehmen in der Mitte des Raumes auf einem Stuhl Platz. Wir lehnen uns entspannt zurück und die Musik beginnt zu spielen. Es klingt harmonisch und zu keinem Zeitpunkt kommt uns die Musik nervig vor. Kein Ton ist zu schrill oder fehlt ganz. Tiefe Töne sind genauso laut wie mittlere und hohe. Leiseste Töne werden genauso unverzerrt wiedergegeben wie laute. Der Klang ist insgesamt dynamisch, linear und tonal ausgewogen.

Tiefbass (20 Hz - 100 Hz)

Plötzlich haut der Drummer auf die beiden unterschiedlich großen Pauken. Das Bass-Gewitter wirkt erschreckend impulsiv. Trotz unterschiedlicher Tonhöhen (unterschiedliche Paukengrößen) sind beide Drums gleich laut. Der Bass kickt und reicht tief in den Frequenzkeller hinab. Und dennoch bekommt man davon keine Kopfschmerzen. Je nach Paukenschlag wird man sogar feststellen, dass der Musiker kurz nach dem Anschlagen die Hand auf die Paukenmembran legt und manchmal nicht. Durch das Auflegen wird das Ausschwingen bis zum letzten Ton verhindert, um das Musikstück nicht störend brummig wirken zu lassen.

Der Tiefton wird bei der Car Hifi Anlage nur von einem Subwoofer wiedergegeben. Er muss in der Lage sein, tiefste Basstöne genauso laut wiederzugeben wie höhere Basstöne. Gleichzeitig muss er dabei brummen und auch kicken können. Sprich bei einem Kick darf er nicht nachbrummen.

Midbass oder auch Kickbass (80 Hz - 250 Hz)

Der Drummer geht zum Schlagzeugsolo über. Der Trommelwirbel wird wiederkehrend von ein paar Kicks der Bassdrum durchbrochen. Jeder Ton ist knackig straff, kurz und trocken. Die Hosenbeine flattern. Man merkt regelrecht den Beat. Er regt zum Tanzen an.

Dieser Klangbereich wird von den Tief-/Mitteltöner des Frontsystems übernommen. Im Spezialfall können das auch Kickbässe sein.

Mittelton (200 Hz - 5000 Hz)

Die Sängerin beginnt leise die Einleitung zu singen. Jedes Wort ist trotz Orchesterbegleitung klar und deutlich zu verstehen. Die Sängerin steigert das Tempo und erhöht schlagartig die Lautstärke. Gleichzeitig setzt dynamisch, abwechselnd laut und leise, hart und wieder geschmeidig eine Akustik-Gitarre ein. Die Streichinstrumente im Hintergrund klingen seidenweich. Es wird richtig laut. Aber nichts übersteuert. S-Laute zischen in keinster Weise. Bei der Gitarre nimmt man sogar das Streichen über die Saiten (leises quietschen) wahr. Man genießt einfach den erzeugten Ton. Sonst nichts.

Im Mittelton-Bereich reagiert unser Gehör naturgemäß sehr empfindlich, besonders dann, wenn ein Ton falsch wiedergegeben wird. Andersherum wird Musik bei leisen Lautstärken unverständlich, wenn dieser Bereich schlecht oder gar nicht wiedergegeben wird.

Dieser Klangbereich wird ebenfalls von den Tief-/Mitteltönern des Frontsystems oder separaten Mitteltönern übernommen.

Hochton (2 kHz - 20 kHz)

Im Hintergrund hört man eine Windorgel, eine Triangel und kleine Glöckchen. Selbst nach dem Anschlagen kann man trotz der übrigen Musik sekundenlang das Ausschwingen wahrnehmen. Der Ton klirrt nicht, zischelt nicht, klingt transparent und niemals nervend.

Fast alle Töne des Mittelton-Bereiches wie Stimmen, Cymbals und Hihats, Klavier usw. reichen auch weit bis in den Hochton-Bereich hinein. Erst hier erhalten die Töne die nötige glasklare Transparenz, Hall und punktgenaue Fokussierbarkeit.

Die Hochtonwiedergabe erfolgt durch die Hochtöner des Frontsystems.


Der Klang beinhaltet aber noch mehr als die zuvor beschriebene Tonalität.

Bühne und räumlicher Eindruck

Achten wir nun darauf, aus welcher Richtung die einzelnen Töne kommen.

Die Sängerin steht zentral am vorderen Bühnenrand, links im Hintergrund das Klavier und rechts im Hintergrund das Schlagzeug. Alle weiteren Instrumente wie beispielsweise die Gitarren gruppieren sich links und rechts neben der Sängerin. Mit geschlossenen Augen können wir jede Schallquelle punktgenau lokalisieren, auch jene, die sich in der Mitte direkt vor uns befindet.

Es ist nicht so, dass die Musik von den Füßen oder gar von der Decke her spielt. Und erst recht ertönt sie nicht aus den hinteren Reihen. Wir sitzen schließlich nicht mit dem Rücken zur Bühne. Die Musik kommt direkt von vorn! Allerdings gibt es für die fahrerbezogene Ausrichtung der Bühne prinzipiell 2 verschieden Ansätze, die ihrerseits Vor- und Nachteile haben.

Die optimale Klangverteilung bietet der imaginärer Klangpunkt mittig über dem Armaturenbrett. Die Lautsprecher links und rechts haben den gleichen Abstand zu diesem imaginären Punkt. Deshalb bietet diese Einstellung der Laufzeit in der Breite links wie rechts die gleiche Staffelung. Diese Einstellung ist bei einer Klangbeurteilung durch die EMMA bzw. AYA Pflicht. Allerdings ist diese Einstellung während der Autofahrt extrem nachteilig. Klanglich wird man unterbewusst über die Armaturenbrettmitte (imaginärer Klangpunkt) nach rechts zum rechten Fahrbahnrand hin abgelenkt und achtet dadurch weniger auf das Verkehrsgeschehen direkt vor einem. Im Stand hat man zudem den Nachteil, dass man die Musik nicht körperlich entspannt genießen kann. Um den vollen Klang genießen zu können, muss dazu der Kopf oder der gesamte Oberkörper nach rechts verdreht werden.

Die praktische Einstellung bietet der imaginärer Klangpunkt mittig über dem Lenkrad. Man hat den Klang direkt vor sich. Man guckt automatisch dorthin, wo die Musik spielt, also auf das Verkehrsgeschehen direkt vor einem. Dies lässt sich auch am nachfolgenden Bild erkennen. Man kann auf dem Sitz während der Fahrt als auch im Stillstand eine entspannte Körperhaltung einnehmen und muss sich dadurch nicht nach dem Klang (aus-) richten. Der Nachteil des imaginären Klangpunktes über dem Lenkrad ist natürlich der, dass sich die Klangmitte näher am linken Lautsprecher als am rechten befindet. Daher wirkt die Klangstaffelung in der Breite auf der linken Seite etwas gedrungener als auf der rechten Seite. Weil man aber eine entspanntere Körperhaltung einnehmen kann und vor allem ohne unnötige Ablenkung aufmerksamerer Auto fahren kann, gehen wir auf unseren Seiten nur auf diese Einstellung näher ein.

Bühne mit zentralem Klang über dem Lenkrad

Der zentrale Klang kommt idealerweise direkt von vorn, genau über dem Lenkrad.
Dabei "klebt" er nicht links oder rechts auf den Lautsprechern.
Optimale Ergebnisse erreicht man oft nur mit einer Laufzeitkorrektur (siehe TECHNIK - Equalizer).

Die ideale Bühne, (engl.) auch Staging genannt, liegt also in einer waagerechten Ebene in Augenhöhe vor uns. Alle Instrumente bzw. Interpreten verteilen sich auf dieser Ebene räumlich in unterschiedlicher Breite und Tiefe. Die Bühne eines großen Orchesters ist dabei erheblich breiter als die einer Zwei-Mann-Band.

Der räumliche Eindruck spiegelt also die Raumgröße wieder. In einem Konzertsaal scheint es, als würde der Hall (und nur der Hall) aufgrund der Akustik um einen herum spielen. Es wirkt natürlich alles weiträumiger und kühler als in einem kleinen Klub. Im Klub klingt es dafür trockener, gedrängter und wärmer.

Wie man schon bei Lesen mitbekommen hat, braucht man hinten keine Lautsprecher, wenn man nicht gerade eine Dolby 5.1 Anlage in seinem Auto installiert hat. Stereo-Musik enthält keine Informationen für hinten!

Wenn eine Hifi-Anlage all das wiedergeben kann, dann ist das ein guter Klang. Dieser Klang darf dann auch die Bezeichnung High Fidelity tragen, auch wenn das Original wahrscheinlich nie erreicht wird.


Klang Contest - Offizielle Klangbeurteilung

Wenn Du Deine Car Hifi Anlage mal offiziell klanglich bewerten lassen willst, dann suche ein Event der EMMA oder der AYA (Are You Authentic?) auf. Hier wird die möglichst authentische und naturgetreue Klangreproduktion in verschiedenen Klassen von mehreren Juroren beurteilt.

Die verschiedene Klassen garantieren Chancengleichheit bei der Bewertung. In die Bewertung fließen zusätzlich die Sicherheit, der Fertigungsstand und die Sauberkeit ein. Alle Stromkabel müssen sicher verlegt sein, damit es auch bei einem Unfall nicht zu einem Brand kommt. Der Einbau darf nicht halbfertig und das Fahrzeug muss sauber sein. Man möchte schließlich bei "Wohnzimmer-Ambiente" entspannt Musik genießen.

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